Donnerstag, 19. Februar 2009

Seikens Sprachunterricht

Bevor ich nach China ging, wollte ich unbedingt eine Sprachschule finden. Ich dachte, das sei nicht einfach. Ich dachte, dass die Möglichkeiten die Sprache zu lernen sehr rar sind und man sich daher Wochen, wenn nicht Monate vorher anmelden müsste.

Unsinn, wie sich herausstellte. Im Internet findet man einige Forenartikel darüber: Das Finden und Anmelden von Sprachschulen ist nicht schwer in China, und zum Anderen wird empfohlen, sich die Schule einfach vor Ort anzuschauen, um sich dann erst anzumelden.

Und so machte ich es auch. Denn Chinesisch boomt. Viele, viele ausländische Studenten möchten Chinesisch lernen und so wird quasi an jeder größeren Uni (und jede Stadt hat Dutzende Unis) Chinesisch für Ausländer angeboten, es gibt ganz viele kleinere Sprachschulen in jedem Stadtviertel und noch viel mehr Privatlehrer, die darauf warten, angeheuert zu werden. Für mich war es ziemlich interessant zu erfahren, dass es sogar mindestens 3 Sprachschulen in der Stadt gibt, die von Koreanern für Koreaner betrieben werden - ich entschied mich aber zuerst für einen englischsprachigen Lehrer.

Tatsächlich bin ich, wie schon im Dezember beschrieben, einfach zu einer größeren Uni hin, sagte, dass ich gerne Chinesisch lernen möchte - und schwuppdiwupp - am nächsten Tag konnte ich mit dem Unterricht beginnen. Es war die junge Frau Xie, die mich im ersten Monat unterrichtete. Ich hätte sie gerne weiterengagiert - sie ist eine sehr talentierte Lehrerin - allerdings heiratet sie diesen Monat, und so musste ich mir im Januar nach einer neuen Lehrkraft umschauen.

Die neue Lehrerin ist Professorin Li. Sie spricht sogar Deutsch und hat unter anderem in Karlsruhe gelebt. Ihr Sohn studiert derzeit an der Uni in Karlsruhe und so hatten wir schon mal viele Dinge auszutauschen. Es hat schon was angenehmes, wenn Grammatik auch in Deutsch erklärt wird. Allerdings zieht es Frau Li vor, Chinesisch zu sprechen, so dass ich gezwungen bin, gut zuzuhören, was nach paar Stunden dann schon schwieriger werden kann. :-)

Nachmittags übe ich zusätzlich seit einigen Wochen für eineinhalb Stunden nur das Unterhalten in Chinesisch mit einer anderen Sprachlehrerin, die die Freundin von unseren Freunden hier ist - und mir vorgestellt worden ist. Auch sie ist supernett, sehr geduldig und hat viel Humor - vor allem finden wir viele durchaus sehr wichtige Themen, die wir gemeinsam ausdiskutieren können, was ich echt gut finde. :-)

Trotz allen Willens und Unterrichts merke ich, dass das Erlernen einer Sprache bis man es dann auch wirklich sprechen und verstehen kann, nicht sehr einfach ist und doch viel Zeit benötigt. Man merkt zwar Fortschritte, aber bis zum flüssigen Gespräch ist der Weg wohl noch ziemlich weit. T_T

Andererseits habe ich viel, sehr viel mehr über die chinesische Kultur, die Menschen und das Land gelernt, als ich es erhofft hätte. Viele Vorurteile habe ich abbauen können und worüber ich mich sehr freue ist, dass ich gelernt habe, die Menschen und die Kultur hier im Lande zu lieben, was mir für die nächste Zeit sicherlich sehr helfen wird. China ist ein Aufenthalt wert! ;-) ^-^

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